Hamburger Horizonte Satellitenveranstaltung
"Sicherheit im Privaten"
Dienstag, 27. Oktober 2026 um 18:00 Uhr (MEZ)
Zur Veranstaltung:
Sicherheit ist nicht selbstverständlich. Das erfahren wir derzeit täglich global und geopolitisch. Aber es gilt auch für zuhause. Das Zuhause ist der Ort, an dem wir uns sicher fühlen sollten. Für Betroffene von häuslicher Gewalt wird das Zuhause jedoch zu einem Ort der Ohnmacht, Angst und Unsicherheit. Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht will bei den Hamburger Horizonten hierauf aufmerksam machen und in einem Podiumsgespräch zeigen, welche Rolle Privatrecht und Praxis im Umgang mit häuslicher Gewalt spielen. Warum und wofür ist Sicherheit im Privaten so wichtig? Gibt es internationale Rechtswerte und Prinzipien im Schutz vor häuslicher Gewalt? Was kann uns die Rechtsvergleichung über Gewaltschutz in verschiedenen Gesellschaftssystemen sagen? Wie beurteilt eine Richterin rückblickend die gerichtlichen Möglichkeiten im Schutz vor häuslicher Gewalt? Außerdem wollen wir die Gründerin von myProtectify fragen: Wie kann KI bei häuslicher Gewalt helfen?
Sprecher
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Sabine Heinke, geb. 1956, studierte 1974-1980 an der Universität Bremen Rechtswissenschaften einphasig. 1981 bis 1992 Rechtsanwältin in Bremen, Schwerpunkt Familienrecht; langjährige kontinuierliche Rechtsberatung in einem Frauenhaus. Seit November 1992 Richterin in Bremen, nach einer Abordnung an das BVerfG (1996 – 1998) seit 1999 Familienrichterin am Amtsgericht Bremen, später dort als weitere aufsichtführende Richterin, zeitweise Sonderzuständigkeit für Kinderschutzverfahren.
1983 Mitbegründerin der feministischen Rechtszeitschrift „STREIT“ (www.streit-fem.de) und seither Redakteurin und Mitherausgeberin. Kommentierung des Gewaltschutzgesetzes (NOMOS) sowie diverse Veröffentlichungen u.a. zur – häufig fehlenden – Berücksichtigung häuslicher Gewalt im familienrechtlichen Kontext/Verfahren u.a in djbZ und STREIT; Mitautorin der Broschüre Kindschaftssachen und häusliche Gewalt (Hrsg. BMJV und BMBFSFJ); aktuell Vortrags- und Fortbildungstätigkeit zur Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Portraitfoto: © Sabine Heinke
Sogol Kordi ist nicht nur die Gründerin von myProtectify, sondern auch Überlebende von häuslicher Gewalt. Ihre persönlichen Erfahrungen sind der Ausgangspunkt für ihre Mission, mit myProtectify betroffene Menschen zu unterstützen und ihnen langfristige Perspektiven zu bieten. Neben dieser tiefgehenden Motivation bringt Sogol fundierte Business-Erfahrung mit: Sie arbeitete unter anderem bei renommierten Unternehmen wie Netflix als Teamleiterin und bei Airbus als HR Business Partnerin. Mit myProtectify hat sie bereits mehrere Auszeichnungen und Preise gewonnen. Heute steht Sogol mit ihrer Geschichte auf vielen Bühnen nicht nur als Gründerin, sondern auch als Stimme für all jene, deren Geschichten oft ungehört bleiben. Ihr Ziel: Ein gesellschaftliches Tabu brechen und echte Veränderung anstoßen.
Portraitfoto: © Claudia Hoehne
Minte Nagel, geboren 1999, Bachelor-Studium der Ostasienwissenschaften/Chinesisch als Fremdsprache und Rechtswissenschaften an der Georg August Universität Göttingen. Master-Studium Chinesisches Recht und Rechtsvergleichung an den Universitäten Göttingen und Nanjing, VR China. Seit 2024 Promovendin und wissenschaftliche Assistentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht Hamburg.
Portraitfoto: © Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht / Marlena Staak
Susanna Roßbach, geboren 1992, Studium der Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg, Referendariat am Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht, 2024 Promotion („Das personenstandsrechtliche Geschlecht“), seit 2024 Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg.
Portraitfoto: © Privat
Anne Röthel, geboren 1968; Studium der Rechts- und Politikwissenschaft an der Universität zu Köln sowie der Université d’Auvergne, Graduiertenstudium „Umwelt- und Technikrecht“ an der Universität Trier, 1997 Promotion („Grundrechte in der mobilen Gesellschaft“), 2003 Habilitation („Normkonkretisierung im Privatrecht“) an der Universität Erlangen-Nürnberg, seit 2004 Professorin der Bucerius Law School, seit 2024 Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg.
Portraitfoto: © Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht / Patrice Lange
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